Was wird an Pfingsten gefeiert?

Liebe Gemeinde, was wird an Pfingsten gefeiert? eine gute Frage und die Antwort finden Sie eventuell noch in diesem Gemeindebrief. Im Pfingstbericht bei Lukas in der Apostelgeschichte lesen/hören wir vom Brausen, von einem heftigen Sturm, da denke ich spontan an den Wind und an den verstorbenen Papst Johannes XXIII. der fest davon überzeugt war: Die katholische Kirche muss sich verändern und den Dialog suchen, die Welt wahrnehmen und auf ihre Fragen antworten. Auf die Frage der Journalisten, was das Konzil bewirken solle, antwortete er: „Wir wollen die Fenster öffnen, damit frischer Wind in die Kirche kommt. Ein frischer Wind der Erneuerung der Kirche nach innen und des Zugehens der Kirche auf die Welt, in der sie lebt.“ Dieser Papst übte sein Amt immer mit einem Augenzwinkern aus. Und vor allem nahm er sich selbst nicht so wichtig. So sagt er nach seiner Wahl zum Papst: „Papst kann jeder werden. Der beste Beweis dafür bin ich selbst.“ Und auf seine Heiligkeit angesprochen, antwortet er: „Man kann mit dem Hirtenstab in der Hand heilig werden. Aber ebenso mit einem Besen.“ Folgerichtig schafft er den damals noch üblichen Fußkuss und die dreifache Verbeugung bei Privataudienzen ab. „Buon Papa Roncalli“ wird er gerne von den Italienern genannt. Das Öffnen der Fenster bzw. der Kirchentüren ist für den Papst Programm. Er beruft 1962 das Zweite Vatikanische Konzil ein, das wegweisend ist für die Modernisierung der Kirche. Darauf hingewiesen, dass die Tradition ein hohes Gut der Kirche sei, antwortet Johannes XXIII.: „Tradition heißt: das Feuer hüten, nicht: die Asche aufbewahren.“

 Seit 2013 haben wir Papst Franziskus, der wieder etwas mehr frischen Wind in der Kirche haben möchte und zwar auch den Wind, der die Asche von der Glut bläst. Franziskus will die Ortskirche stärken und die Kirche für Menschen öffnen, die aufgrund ihrer persönlichen Lebensgeschichte nicht viel mit der Kirche anfangen können und besonders für diejenigen, die an der Peripherie, an den Rändern der Gesellschaft leben. Er möchte die Kirche erneuern, Reformen anstoßen und durchführen. Aber es ist leider für ihn und für Reformwillige so, wie ein Sprichwort aus China sagt: „wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Windmühlen und die anderen Schutzmauern“. Es gibt in Rom und auch fast überall solche „Schutzmauer-Bauer“, welche mit aller Kraft und Gewalt versuchen die geöffneten „Kirchenfenster“ zuzumachen und fest geschlossen zu halten. Beten wir für unseren Papst Franziskus und beten wir auch besonders für diejenigen, die stark-allergisch auf frischen Wind in der Kirche reagieren. 

Pfr. Phan

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